technische Daten werden nachgereicht 😉 Gr. 98/104, Schuhgröße 25
Du gehst gerne in den Kindergarten. Nachher bist du meist sehr müde und so brauchen wir unterschiedlich lange nach Hause, mal laut, mal leise. Unglaublich, wie gleichgültig deinem Bruder das alles ist.
Im KiGa bastelt ihr auch viel, du machst mir jeden Tag ein Monster oder du malst mir ein Bild, das ich natürlich mit nach Hause nehmen muss. Zuhause möchtest du am liebsten weiterbasteln, Schere und Pick liegen griffbereit und werden großzügig verwendet. Du Basteltante, du.
Du bist eindeutig ein Mädchen: Ballettschuhe, Tüllrock, Spangelen überall am ganzen Kopf. Du „schmückst“ (schminkst) dich und ich darf dich dann bewundern und loben. Du benutzt abends die Terassentür als Spiegel und drehst und wendest dich und betrachtest dein verschwommenes Spiegelbild.
Das Schlafengeh-Ritual ändert sich wieder. Seit dem Umzug in unsere neue Wohnung sind wir mit dir im Zimmer geblieben, bis du eingeschlafen bist. Das konnte ganz schön lange dauern. Mittlerweile (seit 2 Wochen) suchst du dir eine Gutenachtgeschichte aus, anschließend wird gekuschelt, die Schlafemusik wird eingeschalten und dann schläfst du alleine bei offener Zimmertür ein. Selbstverständlich ist dir der Fernseher zu laut oder du kannst Papa oder mich nicht sehen oder Laurin lacht zu laut, aber wehe wir schlagen vor, die Tür zu schließen …. Trotzdem hast du dich daran gewöhnt und es klappt fast immer ganz toll.
Apropos Gutenachtgeschichte bzw. Lesen. Am allerliebsten hättest du das ganze Buch von „Laura’s Stern“ in einem Stück vorgelesen bekommen, deshalb hast du frühmorgens dem Papa erklärt „Papa, zeigst du mir wie das Lesen geht?“.
Wir hatten Besuch von Isabella und Magdalena, die das Zimmer kurzfristig neu eingerichtet haben, aber anschließend als ihr eigener Putztrupp alles wieder in den Originalzustand zurückversetzt haben. Es war ein toller Nachmittag, den wir unbedingt bald wiederholen müssen. Wir haben deine Kindergartenfreundin Julia besucht und ihr versteht euch gut, seid ihr doch nur 1 Tag unterschiedlich alt. Ihr spielt, streitet, lacht, zickt und liebt euch heiß und innig.
Du hast deinen TrippTrapp an Laurin vererbt und sitzt ab sofort auf einem großen Kinderstuhl, so wie Marie einen hat. Marie (deren Name dir nicht immer einfällt und du frägst mich dann ganz verstohlen „Mama, wie heißt sie nochmal?) und Florian haben wir über Silvester besucht, ihr habt euch gut vertragen und toll gespielt, Marie hat ALLES mit dir geteilt. Nach 3 Tagen hat die Müdigkeit dann doch Überhand genommen, das harmonische Spielen wurde seltener, aber da war für uns ohnehin schon Zeit wieder nach Hause zu fahren.
Wir haben einen ausführlichen Besuch im Tiergarten Schönbrunn unternommen und du zeichnest jetzt mit großer Begeisterung Löwen und Giraffen, wir haben auch Elefanten, Eisbären, Affen, Krokodile, Riesenschildkröten…. gesehen. Es war toll!
Nach unserem Besuch in Klosterneuburg haben wir unsere Freunde in St. Koloman besucht, glücklicherweise gab es dort haufenweise Schnee und Bernhard hat mit dir einen tollen Schneemann gebaut und eine kleine Schlittenfahrt konntest du auch machen. Die langen Autofahrten machen dir gar nix aus, im neuen Auto siehst du gut raus und beobachtest auch im Dunkeln das Geschehen.
Du bist eine tolle große Schwester, bist kaum garstig zu Laurin, bringst ihm das Spielzeug, wischst schon mal seine Spuckespur ab, bringst ihn zum Lachen und kannst dir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Noch nie habe ich ein „er soll wieder gehen“ gehört, nein, er gehört zu uns und er ist „mein kleiner Bruder“. Wehe, es kommt ihm ein anderes Kind zu nahe. Neulich, als wir mit den Kindergartenzwillingsfreunden ein Stück nach Hause spaziert sind und beide Jungs unbedingt links und rechts vom Kinderwagen gehen wollten, weil die Neugierde aufs Bebi sooo groß war, da hast du ganz klar gesagt, was Sache ist und hast deinen Platz behauptet.
Wir alle bekommen „Mama (Papa oder Laurin), ich hab dich lieb, ich beschütze dich und …. (Denkpause) nit vergessen aufs Klo zu gehen“ zu hören, mehrmals täglich. Ich weiß zwar nicht, wo dieser Beschützersatz herkommt, aber ich finde ihn sehr schön und auch sehr wichtig.
Am meisten beschäftigt uns das ständige Wechselspiel zwischen soooo lieb und sooooooo garstig. Ein falscher Blick, ein falsches Wort und du flippst aus. Schreist so ausdauernd und laut, dass du nachher Halskratzen hast, dass dir die Stimme fast versagt, zitterst und bebst vor lauter Zorn, aufgestauter Energie und ohne Möglichkeit, dich wieder zu beruhigen. Schreist, weinst, brüllst, bist verzweifelt und lässt doch niemanden ran. In dieser ganzen Szenerie die Ruhe zu bewahren ist ein Tanz auf dem Drahtseil und es gelingt mir nicht immer. Mittlerweile kann ich besser damit umgehen; ich trage dich behutsam aufs Bett und erkläre dir, dass es man natürlich schlechte Laune haben darf, aber dass es viel zu laut ist, bitte dich, tief Luft zu holen, aber auch da brauchen wir etliche Wiederholungen. Unendlich lange Zeit später kommst du dann, lässt dich kuscheln und trösten und musst noch lange nachweinen und nachseufzen. Wir schaffen das, ganz sicher. Ich bin für dich da. Ich fang dich auf, wenn du mich lässt. Und auch wenn du es nicht zulässt, ich bin da. Ich hab dich lieb.