ca. 94cm, ca. 13kg, Kleidergröße 98-104, Schuhgröße 25
Während ich diese Zeilen schreibe (es ist Mittwoch Mittag), genießen du und Laurin ein Mittagsschläfchen. Die Wohnung ist von der Sonne hell erleuchtet, die Balkontüren stehen weit offen und die milde Frühlingsluft ist eine wahre Wucht. Wir kommen gerade aus dem Kindergarten. Du hast mich mal wieder warten lassen, beim Abholen, weil du mit deinem Bastelbild und vor allem mit dem Ratschen mit deiner Freundin Julia noch nicht fertig warst. Und der Pick (Kleber) war noch gut 2 cm hoch gefüllt, den muss man schon leer machen, das ist Ehrensache. Du hast mir ein Bild gebastelt, mit einem Apfelbaum drauf, mit gemaltem Baum und aufgeklebten Äpfeln, das ich natürlich stolz mit nach Hause genommen habe. Du durftest heute wieder im Buggy heimfahren, denn ihr seid auch spazieren gewesen und du bist seeehr müde (sonst würdest du heute keinen Mittagsschlaf halten).
Wenn du fit bist, haben wir zwei bzw. drei (Laurin ist natürlich überall mit dabei) eine schöne Zeit. Wir basteln, schnipseln, kleben, zeichnen, konstruieren um die Wette, wir spielen Memory (du bist unglaublich gut, Papa muss sich gar nicht bemühen, gegen dich zu verlieren), du spielst mit deinen Stofftieren Kindergarten, du spielst mit Laurin bzw. bringst ihm Spielsachen, wir gehen mit Buggy und Laufrad spazieren, singen, tanzen, lachen, du verkleidest dich, spielst Prinzessin oder Puppenmama oder Lehrerin oder Katze, du erzählst Geschichten und argumentierst, dass mir die Ohren wackeln (auch wenn deine Erklärung schief und krumm ist, Hauptsache der wichtige Tonfall stimmt), wir haben es fein.
Wenn du müde bist, schauen wir zum Rasten eine Zoosendung, hören Radio, wir stecken Bügelperlen auf die Gittervorlage, wir malen, du kuschelst und es kann passieren, dass die Laune umschlägt. Manchmal rettet dich eine kleine Packung Maoam (ausser du wolltest eine andere Farbe, die leider schon „aus“ ist), ein kleiner Zuckerschub kann Wunder wirken. Richtig anstrengend wird es, wenn du zwar müde bist, aber keinen Mittagsschlaf machen willst oder kannst. Dann wird es mitunter laut, denn alles was ich tue oder vorschlage ist falsch und das wird bitterböse und sehr laut kommentiert. Aber das passiert eh nur 3-5 mal pro Woche. 😉
Du machst deine Sache als große Schwester super, bist immer lieb zu deinem Bruder, der nach wie vor „mein bester Freund“ ist. Dir gefällt es, dass er kein winziges Bebi mehr ist, dass er mitmachen kann und will (manchmal sogar zuviel) und dass man ihn jetzt ohne Gefahr jetzt knuddeln kann. Ihr sitzt beide in der Badewanne und könntet nicht unterschiedlicher sein: du, die Prinzessin, der jeder Tropfen Wasser am Kopf/im Gesicht zu viel ist und Laurin, dem das so was von egal ist und am liebsten gar nicht mehr raus will aus der Wanne. Laurin darf auch in „deinen“ Buggy, denn du hast ja das Laufrad. Nur wenn du müde wirst, dann soll der Kleine in die Trage und du willst deinen Platz im Wagen wieder einnehmen.
Du hast ein Mega-Gedächtnis und kannst mit der Sprache gut umgehen, dass ich eine Kategorie „Kindermund“ einführen müsste…. Ich schaffe es fast immer, mir deine Sprüche aufzuschreiben, sonst sind sie nämlich sofort vergessen. „Immer, wenn i red, dann gehen meine Gedanken weg“ oder „I hab die Tür am Halter zugemacht“ und „Auf das Dach hab i an Raucher gemacht“ oder ich schimpfe mit dir „Flora, immer das Gleiche mit dir“ und du antwortest „Ja genau, Mama!“ oder auch „Mama, i freu mi so sehr, dass du jetzt da bist“.
Ich freu mich auch, dass du da bist. In drei Monaten hast du Geburtstag und du wird unglaubliche 4 Jahre alt. Großes Thema ist das Rad mit den Pedalen, das du von Opa Karl geschenkt bekommst, wenn du richtig gut Laufrad fahren kannst. Und die Zeichen stehen gut! Ich werde schon noch den einen anderen Wunsch aus dir herauskitzeln, denn die Zeit läuft und wir haben dieses Jahr noch so viel zu planen!
Jetzt ist aber auch schon wieder Zeit, dich zu wecken, denn später will Papa mit dir noch eine Runde am großen Fahrrad machen, mit dir als Co-Pilotin am Kindersitz. Denn auch das macht Spaß – ich habe mir erzählen lassen, dass du beim letzten Mal die längste Zeit geglucksert und gekichert hast. Drückt mir die Daumen, dass die Laune jetzt nicht allzu schlecht ist, denn eigentlich heißt es ja „Schlafende Kinder soll man nicht wecken!“