Es war nur eine kleine Ankündigung Mitte Juni, die bei der jungen Dame für unglaubliche Freude gesorgt hat. „Wenn ich Urlaub habe, können wir ja einmal ins Joy fahren.“ Dieser Satz hat zu fast täglichen Nachfragen geführt, wann denn mein Urlaub nun endlich beginnt.
Wenn die junge Dame bereits in der Pubertät wäre, würde der Name Joy sicher gut zu einer ländlichen Diskothek passen. Im zarten Alter von 4 Jahren ist der Ort der Träume mit Namen Joy eine ehemalige Produktionshalle, die zu einem Spiel- und Abenteuerparadies umgebaut wurde. Neben einem gigantischen Klettergarten gibt es Rutschen, eine Hüpfburg, Rollrutsche, Trampoline, und, und, und.
Gleich am zweiten Tag meines Urlaubs war es soweit. In aller Früh starteten das Papa-Tochter-Duo Richtung Joy. Die Vorfreude bei Beiden war gigantisch. Einen ganzen Tag nur rumtoben und Spaß haben.
Es war noch nicht viel los, als die junge Dame in den Laden tobte. Die Energie ist in Worten nicht zu beschreiben. Nachdem wir die Halle betreten hatten, sauste der kleine Powerknopf fast eine Stunde ununterbrochen zwischen allen Geräten hin- und her. Und der Papa mit größtmöglicher Anstrengung hinterher.
Rauf in den Klettergarten, dann gleich die Wellenrutsche wieder runter. Nochmal. Nochmal. Nochmal. Dann die Rollenrutsche. Und wieder und noch einmal. Ein paar Angebote waren dem Powerzwerg noch unheimlich, wie die komplett geschlossene 180-Grad Rutsche (Dem Papa auch).
Nach einer Stunde war der Herr Papa, dann doch etwas müde und setzte sich mitten in den Klettergarten mit perfekten Überblick über das Areal. Der Blondschopf sauste weiter im Kreis, immer wieder heftig zum Papa winkend, damit der auch alles sehen kann.
Nach einem geschätzten Halbmarathon an gelaufenen Kilometern zwingt der Erziehungsberechtigte die junge Dame zu einer Pause mit viel Wasser. Der Kaffee ist lecker und der Schokokuchen wird gerecht aufgeteilt.
Am Rückweg in die Spielhalle besuchen wir kurz die Chill-Out Zone mit Schaumstoff-Bauklötzen und großen LEGO-Klötzchen. Wir zeigen den anderen unser architektonisches Können, das von zuhause DUPLO geübt ist und beeindrucken die anderen Kinder unter dem Motto: „Schaut mal, was ich und mein Papa alles können.“
Nach der Pause ist die Energie zurück und wir widmen uns gemeinsam der Hüpfrutsche und der Hüpfburg.
Gegen Mittag bemerkt der Papa dann einen langsam einkehrenden Geschwindigkeitsverlust beim Rumlaufen. Auch die Trampolinsprünge sind nicht mehr mit der morgendlichen Kraft vergleichbar. Irgendwie scheint es, als ob die junge Dame nun doch auch langsam müde werden würde. Auf die Frage, ob wir langsam wieder Heim fahren sollen, gibt es ein sanftes Kopfnicken. Kein Widerspruch. Der Akku ist leer. Fast. „Ein Mal noch rutschen, bitteeeee.“ Ok, kein Problem. Da man das korrekte Zählen erst in der Schule lernen wird, ist es dem Papa auch egal, dass aus dem ein Mal rutschen insgesamt fünf Mal rutschen und noch ein paar Mal sachtes Trampolinwiegen wird.
Gegen eins verlassen wir das Joy und die Dame beobachtet mit müdem, starrem Blick die vorbeifahrende Landschaft.
Zuhause angekommen müsste die Mama beschreiben wie wir beiden Helden gewirkt haben. Fakt ist, dass wir sofort ein Erholungsschläfchen gebraucht haben und erst zwei Stunde später wieder aufgewacht sind.
Es war ein supertoller Tag, den wir Ende August, kurz vor dem Ende meines Urlaubs, noch einmal wiederholt haben. Und das mit der Disko kommt dann später.